Am 30. April 2003 war es soweit: Zwei, seit 1966 und ‘95 in Neubritz ansässige Gewerbemieter zogen um – allerdings nicht auf ein anderes Grundstück, sondern nur in andere Räume. Der ganze Hof sollte geräumt werden. Ich konnte kaum glauben, was man da alles so finden kann: Glas, Holz, Asbest, Teer, Pappen, Salzsäure… eben alles, was sich bei einem Gewerbebetrieb im Laufe der Zeit so ansammeln kann. Wo soll man das unbrauchbare Material auch hinbringen, gerade die kleinen Mengen? Seit Jahren höre ich mir das Klagen meiner Gewerbemieter an, die immer wieder ihren Müll auf dem Hof "zwischenlagern" müssen; dies im übrigen nicht gerade zur Freude der Hausbewohner, die sich manchmal fühlen, als ob sie auf einem Betriebshof der BSR wohnen würden. Der Hof ist jetzt jedenfalls sauber – fragt sich nur, wie lange. Was kann man tun? Ein Müllkonzept muss her, denn Müll fällt immer an.
Die BSR hat sehr geholfen, viele der Altstoffe zu entsorgen. Und als Privatmann durfte ich das Material auch abladen. Überrascht stellte ich aber fest, dass die Gewerbetreibenden dieses Glück nicht teilen dürfen.
Das offizielle Procedere scheint mir widersprüchlich: Einerseits sollen die Gewerbetreibenden ihren Müll selbst entsorgen, andererseits werden ihnen aber nur wenige, verstreut liegende Sammelstellen für Gewerbemüll angeboten, so dass sie wegen kleiner Mengen durch die ganze Stadt jagen müssen. Besonders die kleinen Mengen landen dann zu Lasten der Allgemeinheit und des Stadtbilds oftmals am Straßenrand.
Ich glaube, es ist an der Zeit diesem Problem mit Eigenverantwortung zu begegnen. Ich würde gerne eine Arbeitsgruppe bilden, die nach Lösungen sucht und diese mit der BSR abstimmt, bzw. ein eigenes Müllkonzept entwickelt, das das Angebot der BSR ergänzt.
Deshalb bitte ich alle Interessierten, sich bei mir zu melden.
Bis dahin "gut Müll!"
Michael Hellwig Bürgerstraße 29, 12347 Berlin Fon 680 580 93, Fax 680 580 94 |