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Pfuhle

Pfuhle sind kleinere Gewässer, die üblicherweise in eiszeitlich entstandenen Senken liegen und durch Toteisbildung entstanden sind. Beim Rückschmelzen der Gletscherstirnregion sind einzelne Eisblöcke liegen geblieben (Toteis) und konnten sich unter einer Schuttabdeckung noch lange halten. Späteres Ausschmelzen führte dann zu Vertiefungen und es bildeten sich Senken. Falls diese Senken im Bereich des Grundwasserspiegels lagen, bildeten sich Pfuhle. Unter den Pfuhlen wird nach ihrer Lage und Nutzung zwischen Dorfpfuhlen und Feldpfuhlen unterschieden. Die im Mittelalter intensiv genutzten Dorfpfuhle waren fast frei von Uferbewuchs und wurden als Viehtränke, Feuerlöschteich oder zum Waschen genutzt. Feldpfuhle dienten vor allem als Nahrungsquelle in Form des Fischteichs aber auch als Schafwäsche. Dass die Pfuhle im Laufe der Zeit nicht verlandeten, ist zumeist auf die Nutzung der Gewässer durch die Menschen zurück zu führen.

Im Zuge der Industrialisierung verloren die Pfuhle ihre wirtschaftliche Bedeutung. Oft wurden sie sogar als störend in der Landschaft empfunden und verfüllt. Die Anzahl der Pfuhle ging daher seit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert stark zurück. Zu den heute noch namentlich bekannten Pfuhlen können noch eine Vielzahl von kleineren Ackersenken zu gerechnet werden, die aber kaum eine wirtschaftliche Bedeutung hatten und daher auch keinen Namen führen. Ein Großteil der in Neukölln noch erhaltenen Pfuhle befinden sich auf dem Gebiet des Ortsteils Britz.

Die Pfuhle in Britz liegen perlschnurartig auf der Teltowplatte und bilden die "Britzer Rinne". Diese Rinne verläuft in Richtung Westen und trifft in Mariendorf auf eine weiter nördlich gelegene Rinne. Diese letzten Zeugnisse der eiszeitlichen Entwicklung der Landschaft sind in Britz noch zahlreich vorhanden. Um diese der Nachwelt zu erhalten, sind sie als Naturdenkmale oder Landschaftsschutzgebiete geschützt. Zudem werden verstärkt Maßnahmen getroffen, die eine Verlandung und Trockenlegung der Pfuhle verhindern sollen.

Großer Eckerpfuhl

Der Große Eckerpfuhl ist einer der letzten Feldpfuhle in Britz, der noch von Ackerflächen umgeben ist. Durch seine tiefe Lage mit den steilen Uferböschungen hebt er sich deutlich von der umgebenden Landschaft ab. Die Gewässerfläche wird von einem ausgeprägten Röhrichtgürtel umgeben, woran sich die Ackerfläche direkt anschließt. Die angrenzende Ackerfläche wurde lange Zeit von der Firma Späth als Baumschule genutzt. Mit dem Bau des Teltow-Kanals sank allerdings der Grundwasserspiegel und die Baumschulnutzung wurde 1932 eingestellt. Seitdem werden die Flächen wieder ackerbaulich genutzt.

Kienpfuhl

Der Kienpfuhl gehörte lange Zeit zum Britzer Rittergut bis 1900 die Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn mitten durch das Gewässer gebaut wurde. Dadurch verlor der Pfuhl erheblich an Größe und wurde weitgehend mit Müll und Sand verfüllt. Die umliegenden Ackerflächen dient seit Anfang der 1920er Jahre als Kleingartenkolonie. Lange Zeit wurde der Pfuhl von einem Anglerverein als Lebend-Fischfutterquelle genutzt. Durch Nutzung der Umgebung als Müllkippe änderte sich seit den 1970er Jahren die natürliche Topographie des Pfuhls durch Aufschüttungen. Auf dem geschützten Wiesenbereich entstanden teilweise störende Nutzungen durch Gartenlauben, Tanzflächen und eine Zufahrt zu einem Parkplatz.


Brandpfuhl


Der weitgehend über das ganze Jahr wasserführende Brandpfuhl gehört zu den kleineren Pfuhlen in Britz. Um die Wasserfläche hat sich dennoch ein Rohrglanzgürtel gebildet. Die umliegenden Äcker waren zuerst ebenfalls in Besitz des Ritterguts und dienten später der Baumschule Späth als Wirtschaftsfläche. Ab dem Jahre 1914 wurden dann Kleingartenkolonien östlich und südlich des Gewässers gegründet. Auch der Brandpfuhl verlor durch Verfüllung und Überbauung an Ausdehnung. Die ursprünglich den Pfuhl umgebenden Ackerflächen sind nur noch westlich vorhanden.

Teich Britz

Auf dem Gebiet des heutigen Teich Britz wurde bis 1908 Kiesabbau betrieben. Nach Einstellung des Kiesabbaus blieb eine Senke übrig die als Rungiusteich bezeichnet wurde. Die angrenzende Baumbepflanzung ist wahrscheinlich auf gestalterische Maßnahmen zurückzuführen. Nördlich des Teichs befindet sich eine intensiv gepflegte Grünfläche. Seit 1984 bietet das angrenzende Freizeitbad "Blub" Großstadterholung. Mit der Unterschutzstellung 1988 wurde die Bezeichnung Rungiusteich in Teich Britz geändert.

Papenpfuhl

Der Papenpfuhl gehört zu den Gewässern, die nur selten Wasser führen. Seine rechteckige Form lässt keine Rückschlüsse auf das ursprüngliche Landschaftsbild zu. Umgeben ist der Pfuhl vollständig von Kleingärten. Der Pfuhl wurde 1624 erstmals als Pfarrpfuhl erwähnt, was darauf hindeutet, dass die ursprünglich vorhandenen Ackerflächen als Pfarracker genutzt wurden. Diese Ackerflächen wurden 1914 parzelliert und als Grabeland vergeben. Die rechteckige Form erhielt er durch Aufschüttungen. Seit der Gründung der Kleingartenkolonien in den Jahren 1925/26 hat sich die Pfuhlsenke kaum verändert.


Der ansonsten trockene Pfuhl führte im Frühjahr 1994 Wasser

Fennpfuhl

Der Fennpfuhl ist mit einer Wasserfläche von 8000 qm einer der größten Pfuhle Neuköllns. Umgeben wird das Gewässer von einem lückenhaften, schmalen Röhrichtgürtel. Daran schließt sich ein kleiner Gehölzgürtel an. Eine Ausnahme ist das Nordufer, dort grenzen Wiesenflächen direkt an das Wasser an. Der Fennpfuhl wurde lange aufgrund des unmittelbar angrenzenden Weinbergs Weinbergpfuhl genannt. Der heutige Name deutet auf einen früheren Entwicklungszustand hin, als der Pfuhl offenbar verlandet war. Eine Entschlammung 1935 führte zu der Entstehung eines Gewässers mit steiler Böschung, 1984 wurde das Ufer aber wieder teilweise abgeflacht. Im Süden wurde eine Beobachtungsplattform errichtet, die den Zugang zum Wasser ermöglicht.