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O R T S G E S C H I C H T E   A L T - B R I T Z
 


Das Dorf Britz mit seiner über 625 Jahren alten Geschichte gilt als eines der am besten erhaltenen Rittergüter in Berlin. Das Ensemble aus Herrenhaus (Schloss Britz), Gutshof, Park, Dorfkirche, Pfarrhaus und Dorfschule, gruppiert sich um den Dorfteich. Erstmals Erwähnung findet Britz 1375 im Landbuch der Mark Brandenburg von Kaiser Karl IV. Damit gilt das Jahr 1375 als Jubiläumsjahr, da nach altem römischen Recht nur das existiert, was auch schriftlich nieder geschrieben ist. Der Name Britz stammt von dem slawischen Begriff für Birke ab: "breza". Der im Landbuch erwähnte Namen "Britzig" ist eine Abwandlung dieses Begriffes. Dies deutet auf einen älteren Siedlungsbeginn hin.


Das Dorf Britz im Jahre 1790, Kartenausschnitt

Britz ist als Angerdorf entstanden, es weist aber einige Besonderheiten auf: Der Anger war von einem Wassergraben durchzogen und die Kirche liegt leicht erhöht wie in Verteidigungsstellung. Das Dorfregister von Teltow von 1375 schreibt über Britz, dass es 58 Hufe hat. Huf ist die historische Bezeichnung für Ackerstreifen. Sie haben eine Größe von 7,5 bis 12 Hektar. Der Platz der vier mittelalterlichen Edelhöfe kann nur durch archäologische Funde nachgewiesen werden. Der Fund eines mittelalterlichen Feldsteinbrunnens im Pfarrgarten (1961 überbaut mit dem Gemeindesaal) weist auf den ältesten Ritterhof an dieser Stelle hin. Ein weiterer Hof stand an der Stelle des heutigen Gutshofs. Feldsteinfundamente und Tongewölbe, die beim Abriss der Schnapsbrennerei gefunden wurden, weisen ebenfalls auf einen alten Standort hin. Im Jahre 1450 wird die Anzahl der Hufe mit 60 angegeben, allerdings ist nur noch ein Edelhof vorhanden, der der Britzke. Später lässt sich noch ein weiterer Ritterhof nachweisen, der der Bardeleben.


Bebauungs- Entwässerungsplan von Britz, 1876

Durch den Dreißigjährigen Krieg wurde die Britzer Bevölkerung erheblich dezimiert. Anstatt 11 Bauern und 9 Kossäten gab es nur noch 13 Kossäten, sechs davon aus Britz. Nach und nach gelangten Anteile des Gutes an andere Eigentümer bis schließlich die Britzkes 1699 alle Anteile am Gut verkaufen mussten und aus der Geschichte von Britz verschwinden. In Folge verfügte die kurfürstliche Amtskammer für kurze Zeit über das Gut. Spätere Besitzer waren zumeist hohe, preußische Staatsbeamte, die nun die Geschichte von Britz prägten.

Unter dem Gutsbesitzer Ewald Friedrich Graf von Hertzberg wurde Ende des 18. Jahrhunderts das Dorf mit der heutigen Straße Alt-Britz vom Durchgangsverkehr befreit und die Straße alleeartig ausgebaut. Die Durchgangsstraße nach Buckow wurde auf einen Damm verlegt, ebenso die Straße nach Luckenwalde und Dresden über Rudow, die östlich des Dorfes verlief. An dieser neu aufgeschütteten Straße entstand auch der "Buschkrug", ein Rastplatz für Fuhrleute. Diese weitsichtige Straßenplanung ermöglichte es dann auch, dass Britz im Zuge des Straßenbaus von Berlin profitierte und ausgebaut wurde.

 


Das Dorf nahm zu dieser Zeit städtische Züge an, eine große Anzahl von Handwerksbetrieben hatte sich bis dahin nieder gelassen. Nach wie vor war aber ein Großteil der Britzer in der Landwirtschaft tätig. Durch die nun freie Verfügung über Grund und Boden entstanden zahlreiche Kleinstellen, deren Besitzer sich an der Chausseestraße (heute Britzer Damm) ihre Häuser bauten.


Gruß aus Britz: Villa Späth,
Gutshaus Britz mit Kirchteich, 1899

Die fortschreitende Siedlungsentwicklung zeigt auch der Ausbau der Dorfkirche 1841 und deren Erneuerung im Jahre 1888 auf. Der heute noch erhaltene Turm erhielt zu dieser Zeit seine äußere Gestalt. Zeitgleich wurde ein neues Pfarrhaus errichtet. Die Dorfschule wurde 1852 und 1876 durch einen zweistöckigen Anbau erweitert.

Die eigenständige Entwicklung von Britz geriet Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund anderer aufstrebender Berliner Gemeinden ins Hintertreffen. Entscheidender für die Standortwahl und Siedlungsentwicklung wurde zunehmend die Nähe zu Rixdorf und damit zum zukünftigen Groß-Berlin. Dies zeigt sich auch daran, dass der alte Dorfkern nicht mehr Zentrum der Entwicklung war, sondern der nördliche, an Rixdorf angrenzende Gemeindeteil. Dort wurde ein großes Wohngebiet durch Carl Weder gebaut, wobei auch hier die Nähe zu Rixdorf ein bedeutender Standortfaktor war.

Erst im Zuge des Ausbaus der verkehrlichen Infrastruktur (Teltowkanal) siedelten sich in Britz einige Industriebetriebe an. Das bekannteste unter ihnen war das Chemiewerk Riedel, das 1914 seinen Sitz hierher verlagerte. Mit dem Bau der Eisenbahn von der Hermannstraße nach Mittenwalde im Jahre 1901 erhielt Britz einen Bahnhof. Dieser Bahnhof konnte aber nicht die erhofften Impulse für die Siedlungsentwicklung geben.


Britzer Dorfteich mit Schlossflügel

Wichtige neue Impulse erhielt die Stadtentwicklung von Britz durch die Eingemeindung zu Berlin: der Konkurrenzdruck zwischen den Gemeinden nahm ab und es galt eine gesamträumliche Planung zu verwirklichen. Dazu kaufte 1924 die Stadt Berlin das Gut Britz und leitete dann mit dem Bau der Hufeisensiedlung die Ära der Großsiedlungen ein. Eine große Anzahl von Bauvorhaben wurden vor und nach dem z. Weltkrieg auf dem ehemaligen Ackerland des Gutes verwirklicht.

Der historische Dorfkern von Britz präsentiert sich mit seinem baulichen Ensemble von Dorfkirche, Schulhaus, Pfarrhaus und den ehemaligen Bauernhäusern heute noch ruhig und beschaulich. Höhepunkt der dörflichen Anlage ist das restaurierte Schloss Britz mit dem Gutshof und seiner einladenden Grünanlage.