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I D E A L - S I E D L U N G
 


Die Baugenossenschaft Ideal gründete sich 1907 mit dem Ziel, die "ideale" Kleinwohnung für breite Bevölkerungsschichten zu schaffen. Die Gründungsmitglieder waren Mitarbeiter der Ortskrankenkasse Rixdorf, denen sich später viele Ärzte, Zahnärzte und Apotheker anschlossen. Ziel war es, zu den untragbaren hygienischen Wohnverhältnissen der Großstadt eine Alternative zu bieten. Damals ließ die Bauordnung Wohnhöfe zu, die so eng waren, dass in vielen Wohnungen eine ausreichende Belichtung und Belüftung nicht gewährleistet war. Aufgrund dieser Bedingungen litten die Bewohner solcher Quartiere unter "Armeleutekrankheiten", wie beispielsweise Tuberkulose.


Eine städtebauliche Sensation: 1912 entstanden in Britz die ersten Einfamilienhäuser mit Gärten, ein Lichtblick zu jener Zeit der Mietskasernen

Das Haus Pintschallee 10 ist ein Teil der Britzer Siedlung, die 1912 begonnen und durch den 1. Weltkrieg unterbrochen wurde

Nachdem die Baugenossenschaft Ideal mit ihrem ersten Bauprojekt, der "Ideal-Passage" zwischen Fulda- und Weichselstraße, ihre Vorstellung von zeitgemäßen Wohnanlagen in Rixdorf verwirklicht hatte, wandte sie sich ab 1911 der Gemeinde Britz zu. Zwischen Pintschallee, Rungius-, Hannemann- und Franz-Körner-Straße, auf der ehemaligen "Körnerschen Kiesgrube" entstanden, für den Berliner Raum neu, Wohnungsbauten als Kleinwohnhäuser in Kombination mit einer mehrgeschossigen Straßenrandbebauung. Damit ist die Ideal-Siedlung in Britz ein Beispiel für frühe Zeilenbauten in Deutschland. In mehreren Bauabschnitten wurden bis 1919 Mietwohnungen in zwei- bis dreigeschossiger Bauweise und im Inneren der Blöcke Reiheneinfamilienhäuser mit Gärten errichtet. Architekten dieser Siedlung sind Richard Deute und Bruno Paul. Die Blockrandbebauung an der Ecke Pintschallee/ Franz-Körner-Straße entwarf Karl Bücklers. In diesem Bereich kennzeichnet die Architektur noch die traditionelle Formensprache der späten Gründerzeit: Erker, Loggien mit Rundbogen und Dachgauben gestalten die Fassade. Die 1925 geplanten und 1926 ausgeführten kleinen Einfamilienhaustypen, die sich auf einem schmalen Streifen von hundert Metern Länge an der Franz-Körner-Straße befinden, entwarf ebenfalls der Architekt Karl Bücklers.


Der "neue" Britzer Siedlungsteil, entworfen
1929 von Bruno Taut: Der Durchgang von
der Rungiusstraße zum Buschrosensteig


Hannemannstraße

1929 von Bruno Taut
entworfener Siedlungsteil

Die Wohnungsausstattung war für diese Zeit überdurchschnittlich komfortabel: zum Kochen war Gas vorgesehen und die Beleuchtung erfolgte elektrisch. Da ein Anschluss an ein elektrisches Versorgungsnetz nicht möglich war, wurde zur Stromselbsterzeugung eine Lokomobile und eine Dynamomaschine aufgestellt. Der Genossenschaftsgedanke wurde sogar beim gemeinschaftlichen Einkauf der Glühbirnen, die hierdurch zu Tiefpreisen erworben wurden, fortgesetzt.

Ab 1925 bebaute die Baugenossenschaft Ideal auch noch das Gelände westlich der Rungiusstraße und südlich der Franz-Körner-Straße. Hier an der Rungiusstraße wurde Bruno Taut beauftragt, Gebäude zu entwerfen. Er versah die flachgedeckten Zeilenbauten mit Kopfbauten, so dass Wohnhöfe für die Mieter entstanden. Diese Innenräume werden durch Mittelwege erschlossen, die sich zu platzartigen Flächen an den Kreuzungspunkten weiten. Durch die unterschiedliche Gestaltung der Treppenhäuser wird das Straßenbild abwechslungsreich gestaltet.


Franz-Körner / Ecke Pintschallee, fertiggestellt 1920

In Zusammenarbeit von Baugenossenschaft Ideal und Gehag wurde 1936 und 37 ein weiterer Siedlungsteil verwirklicht. Dieser wurde von Walter Fuchs entwickelt. Die gleichförmigen, ununterbrochenen Zeilenbauten befinden sich nördlich der Franz-Körner-Straße. Die Doppelhausgruppen, deren Gliederung durch Regenfallrohre erreicht wird, bilden eine rhythmische Reihe.


Noch heute ziert das Kunstschmiedetor
in der Pintschallee den Durchgang zu
den Einfamilienhäusern in Britz