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 Jochen-Nüssler-Straße 45 (Reihenhäuser 1932) | Im ersten Bauabschnitt wurde das "Hufeisen" als runder Zeilenbau errichtet, das das Zentrum der Hufeisensiedlung bildet. Hieran schließt auch die aufgrund der Farbgebung "Rote Front" genannte Bebauung an der Fritz-Reuter-Allee an, die Taut als Straßenrandbebauung ausführen ließ und mit ihrer massiven Fassade mit nur wenigen schmalen Lücken und turmartigen Treppenhäusern als "Schutzmauer" gegenüber der Architektur von Engelmann und Fangmeyer wirkt. Die bewusste Konfrontation sollte aufzeigen, dass es sich bei typisierendem Wohnungsbau nicht um zweitklassige Architektur handelte. |
 Dörläuchtingstraße, 1934 | Den nördlichen und südlichen Abschluss der Siedlung bilden wiederum dreigeschossige Zeilenbauten, wobei die nördliche Zeile von Martin Wagner entworfen wurde. Der übrige Bereich zwischen den Zeilen ist mit zweigeschossigen Einfamilienreihenhäusern bebaut. Der Straßenraum wird im Innenbereich durch Verschwenkung und Knicke der Straßen aufgelockert, durch die Vor- und Rücksprünge der Hausfronten und durch gezielte Lückenbildung abwechslungsreich gestaltet. Es entsteht so eine differenzierte Raumabfolge, trotz nur zwei verschiedener Haustypen: ein fünf Meter breites und ein sechs Meter breites Gebäude, beide mit gleicher Architektursprache. Die Raumkonzeption wird durch ein abgestimmtes Farbkonzept noch unterstrichen.
Die Gartenstadtidee ist hier noch deutlich ablesbar: durch den Reihenhaustypus mit Garten, den Mietergärten der Zeilenbauten und der differenzierten Raumabfolge. Bruno Taut löste sich aber durch den Verzicht auf die traditionelle Formensprache von der romantischen Idylle anderer Gartenstädte. Der Übergang von der Gartenstadt der Jahrhundertwende zum Stil der "Neuen Sachlichkeit" ist an der Hufeisensiedlung deutlich ablesbar. Ferner steht die Siedlung in der Tradition des sozialreformerischen Wohnungsbaus, der gerade in der Weimarer Republik seinen gesellschaftlichen Ausdruck in Städtebau und Architektur wiederfand. |
 Lowise-Reuter-Ring 1932 | An die Hufeisensiedlung anschließend wurden in weiteren Bauabschnitten nach den Plänen von Bruno Taut östlich der Buschkrugallee (1928/1929) und südlich der Parchimer Allee (1930/1931) weitere Siedlungsteile verwirklicht. Die stark proportionierten kubischen Baukörper weisen den Weg von der Gartenstadt zur städtischen Architektur.
Um die städtebaulichen Qualitäten der Siedlung zu sichern, wurden zahlreiche denkmalpflegerische Aktivitäten ausgeführt: denkmalgerechte Instandsetzung und Erhalt der originalen Fenster und Türen sowie die Wiederherstellung der ursprünglichen Farbigkeit. Die Hufeisensiedlung ist deshalb nicht nur in der Denkmalliste Berlin eingetragen, sondern auch zur Eintragung als Weltkulturerbe der UNESCO vorgesehen. |
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